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NABU Ortsgruppe Breitungen

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Amphibien

Amphibienschutz - was ist das?

Die Hauptgefährdungsursachen heimischer Amphibien bestehen in den Beeinträchtigungen ihrer Lebensräume durch Fischbesatz des Laichgewässers, intensive Landwirtschaft und Lebensraumzerschneidung. Aufgrund ihrer Empfindlichkeit und des geringen Aktionsradius (siehe nachfolgende Grafik) sind Amphibien als Bioindikatoren gut geeignet. Da die Tiere durch ihre Haut Wasser aufnehmen, wirken Umweltgifte unmittelbar.

Heute sind rund ein Drittel der in Deutschland beheimateten Amphibienarten vom Aussterben bedroht oder in ihrem Bestand gefährdet. Die intensiven Bemühungen der letzten Jahrzehnte zum Schutz der Amphibien konnte diesen Trend nicht umkehren. Alle Amphibienarten sind nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.

 Wanderradius

Artspezifische Wanderentfernungen der Amphibien (NABU 2003)

NABU 2003: Frösche, Kröten und Molche – Leben im Wasser und an Land, NABU-Bundesverband, 2003. 4. Vollständig überarbeitete Auflage 7/2014.

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Schutz der lokalen Amphibienpopulation "An der Langen Sömme" (Breitungen-Knollbach)

In den Jahren vor 2012 waren auf der Straße in Richtung des Breitunger Ortsteils Knollbach wiederholt zahlreiche tote Amphibien bei ihrer jährlichen Wanderung vom Winterquartier zum Laichgewässer zu beklagen. Im Jahr 2011 war die Straße regelrecht mit Krötenleichen "gepflastert". Um festzustellen, wir groß noch die übrige Amphibienpopulation war, haben wir im Jahr 2012 erstmals ein Amphibienschutzzaun während der Hinwanderung gestellt. Im Folgejahr wurde erstmals ein Amphibienschutzzaun von der Bahnunterführung bis oberhalb des Abzweiges zum Pfaffental auf einer Länge von ca. 800 m von uns errichtet und betreut.

Die Wanderung zum Laichgewässer beginnt je nach Amphibienart bei nächtlichen Lufttemperaturen von -3 bis 6°C. Täglich erfolgt über ca. 6 Wochen hinweg morgens sowie bei entsprechender Temperatur und Feuchtigkeit zusätzlich bei Eintritt der Dunkelheit die Leerung der Fangeimer. Alle Individuen werden hinsichtlich Art und Anzahl registriert und am Laichgewässer abgesetzt.

Krötentaxi

NABU-Aktive und NAJUs am Amphibienschutzzaun (Foto: M.Wilke)

Die Artenschutzmaßnahme wird im Rahmen des Programmes zur „Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen (NALAP)“ finanziell unterstützt. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Schmalkalden-Meiningen stellt zudem das Material zum Aufbau des Amphibienschutzzauns zur Verfügung.

Im Ergebnis der Zaunbetreuung konnten neben der Erdkröte, Grasfrosch, und Wasserfrosch-(Komplex) auch drei verschiedene Molcharten nachgewiesen werden. Die Tiere wandern von ihren im Wald, Grünland und Hecken gelegenen Winterquartieren in Richtung Laichgewässer.

Seit 2012 gibt es so nur noch sehr wenige Individuen, die durch den Straßenverkehr getötet werden, was auch durch positive Rückmeldungen der Anwohner und Besucher in Knollbach immer wieder angemerkt wird. Leider gingen die Amphibienbestände 2018 sowie besonders 2019 vermutlich aufgrund der Trockenheit und Nahrungsknappheit um ca. 60% zurück.

Die genaue Statistik kann auf der Seite der Amphibienschutzzaun Zaundatenbank angeschaut werden.

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Schutz der lokalen Kreuzkröte

Die Kreuzkröte (Epidalea calamita) ist eine Pionierart trockenwarmer Lebensräume in Gebieten mit lockeren und sandigen Böden. Sie lebt in vegetationsarmen bis hin zu vegetationsfreien Flächen mit ausreichenden Versteckmöglichkeiten. Weitgehend vegetationsfreie Standgewässer (Temporärgewässer) sind als Laichplätze Voraussetzung für die Existenz der Kreuzkröte. Besiedelt werden Abgrabungsflächen, Bergbaufolgelandschaften, Brachen, Baugelände, Truppenübungsplätze sowie Ruderalflächen im menschlichen Siedlungsbereich. Selbst in strukturarmen Agrarlandschaften wird die Art angetroffen. Die Fortpflanzung findet im Zeitraum zwischen März bis August bei milden Temperaturen und feuchten Klima statt. Die heuschreckenähnlichen Rufe sind bis zu 2 km weit hörbar.

Kreuzkröte

temporärer Tümpel am alten Kraftwerkstandort ist Laichgewässer der Kreuzkröte (Foto: A.Wilke)

Der Lebensraum der Kreuzkröte in Breitungen beschränkt sich auf eine Industriebrache am ehemaligen Kraftwerksstandort mit stark verdichtetem Untergrund und kiesig, sandigem Substratauflager. Die temporären flachen Tümpel sind ideale Laichgewässer der Art.

Im Mai 2013 wurden erstmals die Rufe vernommen, die bereits in der Ortslage Frauen-Breitungen an einem ruhigeren Abend hörbar waren. Auch 2014 wurden die rufe vernommen, Sichtbeobachtungen ausgewachsener Tiere blieben vorerst aus, da sich die Tiere sehr gut tarnen. Es konnten nur die Larven, also Kaulquappen, beobachtet werden. Erst im April 2015 konnte die Art durch Sichtbeobachtung erwachsener Tiere nachgewiesen werden.

Zum Schutz der Kreuzkrötenpopulation wurden umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen zum Bau der Photovoltaikanlage auf dem Standort durch uns angeregt, da sich die Lebensraumbedingungen durch die Herstellung der Anlagen drastisch ändern und der Fortbestand der Tiere in Gefahr war.

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Schutz des Feuersalamanders am Glashüttenteich (Bußhof)

Feuersalamander (Salamandra salamandra) leben bevorzugt in naturnahen Laub- und Mischwäldern mit vielen Strukturen und Versteckmöglichkeiten, welche eine gewisse Bodenfeuchte aufweisen. Nur erwachsene Feuersalamander-Weibchen benötigen Gewässer zur Fortpflanzung bzw. um ihre Larven dort abzusetzen.

FeuersalamanderFeuersalamander (Salamandra salamandra) (Foto von Christoph Bosch [NABU-Bilddatenbank])

Im Flächennaturdenkmal (FND) Glashüttenteich in der Gemarkung Breitungen treffen beide Lebensräume direkt aufeinander. Schon bei der Unterschutzstellung 1988 wurde der Feuersalamander mit erfasst. Im Jahr 2018 konnten wir in unmittelbarer Nähe ein Feuersalamander nachgewiesen. Wir gehen davon aus, dass hier noch eine Restpopulation besteht. Durch die starke Verlandung des Stillgewässers, der Verbau der Quellen und die Beeinträchtigung durch Wildfütterungen ist der Lebensraum des Feuersalamanders jedoch stark beeinträchtigt.

Deshalb wollen wir, um den Lebensraum des Feuersalamanders zu verbessern, eine Quellfassungen zurückbauen und Teile des Schutzgebietes wieder vernässen sowie kleine Stillgewässer anlegen. Von der Renaturierung des Glashüttenteiches mit seinen Feuchtwiesen und wasserführenden Bereichen würden nicht nur der Feuersalamander, sondern auch andere Amphibien- und Reptilienarten wie zum Beispiel der Bergmolch oder die Ringelnatter profitieren.

Schutz des Feuersalamanders am Lampertsborn (Fambach)                                                   

Durch Anwohner wurden wir auf die Feuersalamander am Lampertsborn in Fambach aufmerksam gemacht. Dort sterben jährlich rund 10-20 Tiere (vermutlich weibliche Tiere mit Nachwuchs), die auf dem Weg zum Geburtsgewässer überfahren werden. Diese Beobachtungen haben uns Anwohner geschildert, welche dies schon mehrere Jahre beobachten. Wir konnten uns selber davon überzeugen und waren schockiert. Wir sehen die lokale Population als stark gefährdet an und fordern Maßnahmen zum Erhalt der Feuersalamander am Lampertsborn und Umgebung. Durch Anwohner und die Gemeinde wurden im Jahr 2019 Schilder aufgestellt, die auf die Situation aufmerksam machen und die Menschen für das Thema sensibilisieren sollen.  

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