Inhaltsverzeichnis | Druckansicht | Kontakt-Formular | Impressum |  
 
     OG-Breitungen/Artenschutz/Amphibien    Startseite > OG Breitungen > Artenschutz > Amphibien

Online spenden

Mitglied werden


Informationen

flyer

 Infoblätter, Formulare ...
 Wir im Film
 Imagefilm vom NABU
 Linkkatalog


NABU Regional
Thüringen

 Zentren
 Schutzgebiete
 Gruppen

 
 
 

April 2018
<<     >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30  

 
Letzte Änderung:
20.04.2018, 14:19
 
 

 Amphibien

 

 

Warum Amphibien schützen?

Die Hauptgefährdungsursachen der heimischen Amphibienfauna bestehen in den Beeinträchtigungen der Teillebensräume infolge von Fischbesatz des Laichgewässers, intensive Landwirtschaft und Lebensraumzerschneidung. Solche Beeinträchtigungen können zum lokalen Aussterben von Amphibienpopulationen führen.

Aufgrund ihrer Empfindlichkeit und des geringen Aktionsradius (siehe nachfolgende Grafik) sind Amphibien als Bioindikatoren gut geeignet. Da die Tiere durch ihre Haut Wasser aufnehmen, wirken Umweltgifte unmittelbar.

Heute sind rund ein Drittel der in Deutschland beheimateten Amphibienarten vom Aussterben bedroht oder in ihrem Bestand gefährdet. Die intensiven Bemühungen der letzten Jahrzehnte zum Schutz der Amphibien konnte diesen Trend nicht umkehren. Alle Amphibienarten sind nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.

 Wanderradius

Artspezifische Wanderentfernungen der Amphibien (NABU 2003)

NABU 2003: Frösche, Kröten und Molche – Leben im Wasser und an Land, NABU-Bundesverband, 2003. 4. Vollständig überarbeitete Auflage 7/2014.

 - nach oben -

Amphibienschutzzaun Knollbach

Projektbeschreibung

In den Jahren vor 2012 waren auf der Straße in Richtung des Breitunger Ortsteils Knollbach wiederholt zahlreiche tote Amphibien bei ihrer jährlichen Wanderung vom Winterquartier zum Laichgewässer zu beklagen. Durch den ortsansässigen Angelverein wurde in der Bahnhofstraße zeitweise bereits ein Amphibienschutzzaun gestellt.

Als im Jahr 2011 die Straße regelrecht mit Krötenleichen "gepflastert" war, musste etwas passieren. Um festzustellen, ob noch Amphibien übriggeblieben waren, wurde im Jahr 2012 erstmals ein Amphibienschutzzaun während der Hinwanderung gestellt. Ein zunächst an der Bahnhofstraße aufgebauter Schutzzaun erbrachte die Erkenntnis, dass dort keine Wanderung (mehr) stattfindet. Es wurde festgestellt, dass der Hauptwanderweg an der Straße in Richtung Knollbach lag. Im Folgejahr wurde der Amphibienschutzzaun von der Bahnunterführung bis oberhalb des Abzweiges zum Pfaffental auf einer Länge von ca. 800 m errichtet. Die Wanderung zum Laichgewässer „In der Langen Sömme“ beginnt bei nächtlichen Lufttemperaturen von 4 bis 6°C. Täglich erfolgt morgens sowie bei entsprechender Temperatur und Feuchtigkeit zusätzlich bei Eintritt der Dunkelheit die Leerung der Fangeimer. Alle Individuen werden hinsichtlich Art und Anzahl registriert und am Laichgewässer abgesetzt.

NABU-Aktive und NAJUs am Amphibienschutzzaun (Foto: M.Wilke)

Unterstützung und Finanzierung

Ohne die ehrenamtliche Hilfe zahlreicher großer und kleiner Naturfreunde beim Auf- und Abbau und der Betreuung des Zaunes wäre dieses Projekt nicht realisierbar.

Die Artenschutzmaßnahme wird im Rahmen des Programmes zur „Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen (NALAP)“ finanziell unterstützt. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Schmalkalden-Meiningen stellt zudem das Material zum Aufbau des Amphibienschutzzauns zur Verfügung. Die fachliche Zusammenarbeit erfolgt mit dem „Amphibien- und Reptilienschutz in Thüringen (ART) e.V.“ und der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG).

Bisherige Erfolge und Erkenntnisse

Im Ergebnis der Zaunbetreuung konnten neben der Erdkröte, Grasfrosch, und Wasserfrosch-(Komplex) auch Molche nachgewiesen werden. Die Tiere wandern von ihren im Wald, Grünland und Hecken gelegenen Winterquartieren in Richtung Laichgewässer. Seit 2012 gibt es so nur noch sehr wenige Individuen, die durch den Straßenverkehr getötet werde, was auch durch positive Rückmeldungen der Anwohner und Besucher in Knollbach immer wieder angemerkt wird.

 - nach oben - 

Krötenteich "An der Langen Sömme"

Projektbeschreibung

Seit 2012 stellt die NABU Ortsgruppe Breitungen jedes Frühjahr einen Amphibienschutzzaun an der Straße Richtung Knollbach auf. In diesem Zeitraum kehren die Tiere von ihrem Winterlebensraum zur Fortpflanzung zu den auf der anderen Straßenseite liegenden Teichen „In der Langen Sömme“ zurück. Im Jahr 2017 wurden so über 3.600 Kröten, Frösche und Molche vor dem Straßentod gerettet.

In der Umgebung von Breitungen gibt es kaum noch ungenutzte naturnahe Stillgewässer, in denen sich die Lurche ungestört entwickeln können. Als eines der letzten Laichgewässer wieder in der Nutzung intensiviert wurde, schlugen die NABU-Ehrenamtlichen der Ortsgruppe Alarm. Denn damit drohte ein großer Teil der lokalen Amphibienpopulation verloren zu gehen.

Unterstützung und Finanzierung

Im Februar 2017 erwarb die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe in Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe zwei Flurstücke „In der Langen Sömme“ mit dem Ziel, die lokale Amphibienpopulation dauerhaft zu erhalten. Der Kauf konnte dank einer großzügigen Spende der Rhön-Rennsteig-Sparkasse sowie der kooperationsbereiten Flächeneigentümer abgeschlossen werden. Ende Mai 2017 erfolgte die feierliche Übergabe der Flächen und des "Krötenteichs" an die NABU Ortsgruppe.

Vorstand der NABU Ortsgruppe mit NAJU und ehemaligen Flächeneigentümern (Foto: A.Wilke)

Pflege und Entwicklung der Fläche

Die erworbenen Flächen werden von der Ortsgruppe Breitungen unter Leitung ihres Vorsitzenden Matthias Wilke naturschutzfachlich betreut und gepflegt. Vorgesehen sind die Instandsetzung des verlandeten Teiches und die Entwicklung einer artenreichen Feuchtwiese. Neben Amphibien beherbergt das Kleinod auch zahlreiche andere Tiere, wie Ringelnatter, Blindschleiche, Zauneidechse und zahlreiche Insekten. 

Ansicht des schon stark verlandeten Teiches: im Vordergrund Weidengruppe, im Hintergrund Teich mit Rohrkolbenbestand (Foto: M.Wilke)

 - nach oben - 

Bahnhofsteich

Projektbeschreibung

Im Pflege- und Entwicklungsplan (PEP) NSG „Breitunger Seen“ (Büro Häringer & Stasch, Bayreuth 1997) wird unter Maßnahme 1.1 die Entwicklung des Teiches an der Bahnhofstraße „… zu einem Biotop für Amphibien (v.a. Molche) und Ringelnatter …“ vorgeschlagen. Der Teich „… wurde in den 1980er Jahren als Feuerlöschteich und als Amphibienbiotop angelegt,…“. Aufgrund seines „… hohen Fischbesatzes, seiner steilen Ufer und der ‚nach Norm‘ angelegten, rechteckigen Form …“ war der Teich bislang für Amphibien eher ungeeignet.

Im PEP wurden folgende Maßnahmen zur Verbesserung des Bahnhofsteiches zur Entwicklung des Amphibienbiotops vorgeschlagen:

  • Abfischen des überhöhten Fischbestandes
  • Fällen der Hybridpappeln in Ufernähe, damit weitere Gestaltungsmaßnahmen an den Ufern ermöglicht werden. Dadurch wird auch eine stärkere Besonnung des Teiches erreicht.
  • Leichtes Abflachen der Uferböschungen …
  • Gestaltung einer geschwungenen, möglichst langgezogenen Uferlinie … Hier sollte eine Flachwasserzone geschaffen werden, die langsam in versumpften Bereiche ausläuft. …

zum Teich angrenzender versumpfter Bereich (Foto: M.Wilke)

Unterstützung und Finanzierung

Die betreffenden Flurstücke sind Eigentum der Gemeinde Breitungen, welche im Jahr 2016 bereits einen Teil der Hybridpappeln (vor allem auf der Südseite des Teiches) aus Sicherheitsgründen und zur Bestandsauflockerung fällte. Damit war eine Teilmaßnahme des PEP umgesetzt und gute Voraussetzungen für die Umsetzung der übrigen Maßnahmen geschaffen. Im Jahr 2016 machte sich die NABU Ortsgruppe dafür stark, den Bahnhofsteich von der Gemeinde in Pacht zu nehmen. Im Einvernehmen mit dem Angelsportverein Breitungen e.V. (ASV), welcher den Teich als Jugendteich mehr oder weniger erfolgreich nutzte, konnte ein Übergang des Pachtverhältnisses auf die NABU Ortsgruppe erreicht werden.

Pflege- und Entwicklung des Teiches

Es ist vorgesehen im Einlaufbereich des Teiches ein Schütz einzubauen, um die Wasserzufuhr zu steuern bzw. zeitweise zu unterbinden. Durch Entleerung des Teiches im Herbst / Winter und gleichzeitiger Abfischung in Abstimmung mit dem ASV soll ein fischfreies Stillgewässer entstehen. Weiterhin sollen die Ufer zum angrenzenden sumpfigen Bereich und Richtung rekultivierter Aschehalde teilweise abgeflacht und eine langgezogene Uferlinie hergestellt werden. Um eine erfolgreiche Reproduktion der Molche zu gewährleisten soll versucht werden Unterwasserpflanzen, wie z.B. den Wasserstern (Callitriche spec.), aus den umliegenden Teichen anzusiedeln.

Unterwasservegetation aus Wasserstern, dazwischen Wasserfrosch-(Komplex) (Foto: M.Wilke)

  - nach oben -

Schutz der Kreuzkröte

Beschreibung

Die Kreuzkröte (Epidalea calamita) ist eine Pionierart trockenwarmer Lebensräume in Gebieten mit lockeren und sandigen Böden. Sie lebt in vegetationsarmen bis hin zu vegetationsfreien Flächen mit ausreichenden Versteckmöglichkeiten. Weitgehend vegetationsfreie Standgewässer (Temporärgewässer) sind als Laichplätze Voraussetzung für die Existenz der Kreuzkröte. Besiedelt werden Abgrabungsflächen, Bergbaufolgelandschaften, Brachen, Baugelände, Truppenübungsplätze sowie Ruderalflächen im menschlichen Siedlungsbereich. Selbst in strukturarmen Agrarlandschaften wird die Art angetroffen. Die Fortpflanzung findet im Zeitraum zwischen März bis August bei milden Temperaturen und feuchten Klima statt. Die heuschreckenähnlichen Rufe sind bis zu 2 km weit hörbar.

temporärer Tümpel am alten Kraftwerkstandort ist Laichgewässer der Kreuzkröte (Foto: A.Wilke)

Der Lebensraum der Kreuzkröte in Breitungen beschränkt sich auf eine Industriebrache mit stark verdichtetem Untergrund und kiesig, sandigem Substratauflager. Die temporären flachen Tümpel sind ideale Laichgewässer der Art.

 

Kreuzkröte (Epidalea calamita) im Laichgewässer in Breitungen (Foto: A.Wilke)

Im Mai 2013 wurden erstmals die Rufe vernommen, die bereits in der Ortslage Frauen-Breitungen an einem ruhigeren Abend hörbar waren. Auch 2014 wurden die rufe vernommen, Sichtbeobachtungen ausgewachsener Tiere blieben vorerst aus, da sich die Tiere sehr gut tarnen. Es konnten nur die Larven, also Kaulquappen, beobachtet werden. Erst im April 2015 konnte die Art durch Sichtbeobachtung erwachsener Tiere nachgewiesen werden.

 

  - nach oben -




Druckansicht |  Seite versenden |  Seitenanfang
© 2009 - 2018 Naturschutzbund Deutschland e.V./KV Schmalkalden-Meiningen
Powered by CMSimple design by faszikel.de

Login