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Letzte Änderung:
14.06.2018, 19:24
 
 

Streuobstwiesenpflege

 

 

Warum Streuobstwiesen pflegen und erhalten ?

Die typischen Streuobstwiesen sind wichtige Bestandteile unserer Kulturlandschaft. Historisch gewachsen, prägen und bereichern sie oft das Bild einer ganzen Landschaft und erhöhen dadurch unter anderem auch den Erholungswert. Im Naturhaushalt übernehmen sie vielfältige Funktionen. Für den Natur- und Artenschutz interessant sind dabei vor allem die große Baumvielfalt in verschiedenen Altersklassen und die dadurch gebotenen Kleinbiotope. Streuobstwiesen sind für eine große Anzahl an Käfern, Schmetterlingen und Vogelarten oft das letzte Rückzugsgebiet, da sie in unserer modernen Kulturlandschaft kaum noch geeignete Lebensräume finden. Außerdem spielen sie im Erhalt alter Obstsorten eine wichtige Rolle. In der heutigen Zeit sind viele Streuobstwiesen durch Nutzungsaufgabe, Baumaßnahmen und andere Eingriffe bedroht. Für die dauerhafte Erhaltung dieser schützenswerten Landschaftsform sind neben den rechtlichen Schutzmaßnahmen auch ständige Pflege und Instandhaltung erforderlich.

 

Apfelbaum

 

Infotafel

 

Pflegemaßnahmen auf der Streuobstwiese

Die NABU Ortsgruppe Breitungen kümmert sich um Pflege und den Erhalt dieses  Lebensraumes am hinteren Breitunger See. Es wurde für jeden einzelnen Baum auf der Grundlage seines gegenwärtigen Zustandes ein Entwicklungsziel sowie die dafür nötigen Pflegemaßnahmen erarbeitet. Mit der Gemeinde Breitungen wurde ein Nutzungs- und Pflegevertrag geschlossen.

wichtigste Maßnahmen:

  • Schnittmaßnahmen (Auslichtungs- und Verjüngungsschnitt) an bestimmten Bäumen um eine Verbesserung und Erhaltung des Gesundheitszustandes zu erreichen
  • Nachpflanzungen mit regionaltypischen, robusten und hochstämmigen Obstsorten
  • Schaffung von biotopfördernden Zusatzstrukturen durch Aufschichtung des anfallenden Schnittgutes zu Reißighaufen, die verschiedenen Tierarten als Unterschlupf dienen
  • “Reservierung“ von Baumteilen für die Tierwelt (vor allem dickeres, stehendes Totholz wird in der Fläche belassen um verschiedenen Lebewesen einen Lebensraum zu bieten)
  • Aufbau einer standorttypischen Wiesengesellschaft durch jährliche, zweimalige Mahd der Flächen. Hierbei erfolgt der erste Schnitt Mitte Mai und der zweite kurz vor Beginn der Obsternte im späten September. Eine Besonderheit ist, dass es sich hierbei um eine sogenannte Flachland- Mähwiese handelt, einen FHH Lebensraumtyp. Das Mähgut wird bei günstiger Witterung zu Heugewinnung verwendet. Ansonsten erfolgt eine Beräumung der Flächen.

 

Baumschnitt

Baumschnitt an einer großen Roten Sternrenette

Mahd der Wiesen

Mahd der Wiesen und Anlage von Schlaufen zur Vorbereitung für den Transport

 

tierische Bewohner der Streuobstwiese

Insekten :  hier hauptsächlich Schmetterlinge (z.B. Kleiner Fuchs), Käfer (z.B. Marienkäfer), Hummeln und (Wild) –Bienen, verschiedene Schrecken (z.B. Gemeiner Grashüpfer und Grünes Heupferd) sowie Florfliegen, Ohrwürmer und Schlupfwespen. Außerdem zahlreiche Schmarotzer und Schadinsekten wie Blattläuse, Schmetterlingsraupen, Apfelwickler und Wanzen. Diese sichern wiederum den verschiedenen Vogelarten, aber auch Fledermäusen und Raubinsekten (z.B. Hornissen, Libellen) ihr Überleben.

Vögel:  zu den häufig anzutreffenden Arten zählen Stare, Blau- und Kohlmeisen, Haus- und Gartenrotschwanz, Gartenbaumläufer, Kleiber und viele andere. Diese Arten nisten in den zahlreich vorhandenen Astlöchern und Höhlen der alten Obstbäume. Auch einige Spechtarten (z.B. Wendehals) und Greifvögel wie Mäusebussard, Turmfalke oder der ebenfalls auf Höhlen angewiesene Steinkauz kommen vor.

Säugetiere: neben den vorkommenden Feldmäusen am Boden, bieten die alten, ausgehöhlten Obstbäume auch selteneren Arten wie Siebenschläfern und einigen Fledermäusen einen idealen Lebensraum

 

Pflanzen auf der Streuobstwiese (Flachlandmähwiese)

Auf der Streuobstwiese findet man die sogenannte Flachland – Mähwiese, ein Lebensraumtyp der FFH-RL. Dort gedeihen verschiedene Pflanzenarten in einer Wiesengesellschaft und machen sie so zu einem sehr artenreichen Lebensraum. Es kommen in Abhängigkeit der geografischen Lage verschiedene Variationen dieser Wiesenform vor. Man findet dort beispielsweise Glatthafer, Wiesen- Schwingel, Wilde Möhre, Wiesen- Labkraut, Wiesen- Salbei, Wiesen- und Wald- Storchschnabel, Frauenmantel, Goldhafer, Kugelige Teufelskralle, Großer Wiesenknopf, Wiesen- Glockenblume, Wiesen- Schaumkraut, Herbst- Zeitlose, Geflecktes Knabenkraut, Rotschwingel, Wolliges Honiggras und Rauhaarigen Kälberkopf sowie eine Vielzahl anderer Pflanzen.

Alte Apfelsorten für die der Erhalt durch die Streuobstwiesen besonders wichtig ist sind unteranderem: Brettacher, Wellschisner, Rheinischer Bohnapfel, Riesenboike und Rote Sternrenette




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